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Vielfalt auf knapp 1.000 Höhenmetern

(red) Von null auf 971 Meter - kaum ein anderes deutsches Bundesland hat so viel Unterschiedliches zu bieten wie Niedersachsen: grĂŒne KĂŒstenlandschaft zwischen Ems und Elbe, die Nordseeinseln Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge, die Berggipfel des sagenumwobenen Harzes, LĂŒneburger Heide, Weserbergland und das Alte Land vor den Toren Hamburgs, Wolfsburg mit seiner „Autostadt", die alte Residenz Braunschweig, Fachwerk in Celle oder Goslar, historische GĂ€rten und Schlösser, die Messestadt Hannover, den Teutoburger Wald mit dem Museum zur legendĂ€ren Varus-Schlacht.

Vom 15. bis 23. Januar 2011 prĂ€sentiert sich Niedersachsen erstmals als Camping/Caravaning-Partnerregion der CMT – mit einem eigenen Stand in Halle 7. Insgesamt verfĂŒgt Niedersachsen ĂŒber 335 touristisch relevante CampingplĂ€tze, wobei die QualitĂ€t der PlĂ€tze nach einer Studie des Bundeswirtschaftsministeriums ĂŒber dem bundesweiten Durchschnitt liegt.

Seit dem 1. August 2010 zĂ€hlt die „Oberharzer Wasserwirtschaft", ein System von 63 noch vorhandenen Teichen und Talsperren, 311 Kilometer GrĂ€ben, 30 durch den Berg getriebenen Stollen mit einer LĂ€nge von bis zu 26 Kilometern und einigen gigantischen WasserrĂ€dern, zum Unesco-Weltkulturerbe. Hauptzweck dieses Wunderwerkes frĂŒher Ingenieurskunst war, die Minen zu entwĂ€ssern und zu belĂŒften. Vor 120 Jahren lieferte der Harz 30 Prozent der deutschen Bleiproduktion und zehn bis 15 Prozent des Silbers. Doch heute fĂ€hrt niemand mehr ein in den Berg – außer den Touristen, die dort mit Gummistiefeln, Jacke, Helm und Bergmannslampe ausgestattet einen faszinierenden Blick zurĂŒck in die Geschichte werfen können.

Drunten im Tal, in der Fachwerkstadt Goslar, kann man sein Wohnmobil auf gesegnetem Boden abstellen, denn auf dem Parkplatz vor der Kaiserpfalz stand einst der Dom, der 1820 abgerissen wurde. Nur noch eine kleine Vorhalle des ehemaligen Seiteneingangs ist ĂŒbrig geblieben. Goslar lebte einst ebenfalls von den BodenschĂ€tzen Eisenerz, Silber, Kupfer, Blei und ein wenig Gold, die seit dem frĂŒhen Mittelalter im nahen Rammelsberg abgebaut wurden. Die einstige Kaiserpfalz, das Erzbergwerk Rammelsberg und die Altstadt von Goslar mit ihren 1.000 unter Denkmalschutz stehenden HĂ€usern sind heute Unesco-Weltkulturerbe. Und auf alle FĂ€lle einen Besuch wert. Beim Bummel durch die Altstadt stĂ¶ĂŸt man auf das Stammhaus der Familie Siemens. Deren UrsprĂŒnge gehen auf eine alte Brauerfamilie zurĂŒck, die das „Gosenbier" erfand - das mit dem Wasser aus dem Fluss Gose gebraut wurde. Sehenswert in Goslar ist auch das Hospiz Großes Heiliges Kreuz, das 1254 errichtet wurde und BedĂŒrftigen, Gebrechlichen und Pilgern ein Nachlager bot.

Als Standort fĂŒr AusflĂŒge nach Goslar und in den Rest des Harz empfiehlt sich der Campingplatz Harz Camp in Göttingerrode. Der Platz hat neben 430 StellplĂ€tzen eine Saunalandschaft mit fĂŒnf verschiedenen Saunen, Solarium, Whirlpool, Schwimmbecken und einer Salzgrotte. Außerdem liegt er sehr schön.

Auf dem Weg in die LĂŒneburger Heide bietet sich ein kleiner Abstecher zum Zoo in Hannover an, der eher eine Mischung aus Freizeitpark und klassischem Zoo darstellt. So wurde um die Tiere der jeweiligen Kontinente eine Erlebniswelt gebaut, in der die typische Landschaft der HerkunftslĂ€nder nachempfunden wurde.

Als touristische Region LĂŒneburger Heide werden die Landkreise Harburg, Celle, LĂŒneburg, Uelzen und Soltau-Fallingbostel zusammengefasst. Die HeideblĂŒte im August und September ist weltberĂŒhmt und ein Höhepunkt des Landschaftserlebnisses. Dank der geringen Höhenunterschiede eignet sich die Region auch fĂŒr ungeĂŒbte Wanderer oder Familien mit Kindern – Schnucken gucken inklusive. Die Routen sind abwechslungsreich und gut ausgeschildert. Aber nicht nur Natur steht in der LĂŒneburger Heide auf dem Programm. Die Region hat eine Vielzahl an Erlebnis- und Freizeitparks: den Heide-Park Soltau, den Serengeti-Park, dort grĂŒĂŸen die Giraffen durchs offene Autofenster und den Vogelpark in Walsrode. Er ist berĂŒhmt fĂŒr seine Botanik und die zahlreichen, teils seltenen Vögel.

Kaum eine andere Destination ist so ausgerichtet auf das Familien-Erlebnis wie die LĂŒneburger Heide. Familien stehen auch im Mittelpunkt der Klientel des SĂŒdsee-Camps in Wietzendorf. Der Campingplatz ist die erste Adresse in der LĂŒneburger Heide und einer der besten PlĂ€tze Europas. Auf einer GesamtflĂ€che von 90 Hektar finden sich neben den StellplĂ€tzen fĂŒr Wohnwagen und Wohnmobile auch FerienhĂ€user und Chalets. Zu den Freizeiteinrichtungen gehören unter anderen ein großer Badesee, ein subtropisches Wellenbad mit Sauna, Dampfbad und Solarium, ein Reiterhof und ein Hochseilgarten.

Von der KĂŒnstlerkolonie Worpswede hat wohl jeder schon einmal gehört. Der Dichter Rainer Maria Rilke schwĂ€rmte von einem „Himmel von unbeschreiblicher VerĂ€nderlichkeit und GrĂ¶ĂŸe" dort, und bis heute zieht der Ort, 30 Kilometer nordöstlich von Bremen im Teufelsmoor gelegen, KĂŒnstler und Schöngeister in den Bann. Sanft wölbt sich die bewaldete SanddĂŒne des Weyerbergs auf stolze 54,4 Meter Höhe. Die HĂ€user stehen, von BĂ€umen dicht umschlossen, in großzĂŒgigem Halbkreis um den Berg.

NĂ€chste Etappe. Ostfriesland - das ist nicht nur Otto. Sondern vor allem Wasser als prĂ€gendes Element: KanĂ€le mit KlappbrĂŒcken, Deiche mit weißen Schafen vor blauem Himmel, kleine FischerhĂ€fen, lange SandstrĂ€nde, WindmĂŒhlen, sieben Inseln, Ebbe und Flut. Eine Landschaft zum Seele baumeln lassen. Bei Ebbe gehört eine WattfĂŒhrung zum absoluten „Must".

Ein guter Ausgangspunkt fĂŒr Watt-Exkursionen ist der Campingplatz Nordseecamp in Norden-Norddeich. Der Platz liegt gleich hinterm Deich auf dem ehemaligen GelĂ€nde von Norddeich Radio, einem starken Funksender zur Kommunikation in der Schifffahrt. Zu Weihnachten ĂŒbermittelte der Sender die GrĂŒĂŸe der Daheimgebliebenen an die Seefahrer. Die alten GebĂ€ude der Radiostation sind denkmalgeschĂŒtzt und bieten heute ausreichend Platz fĂŒr Restaurant, SanitĂ€ranlagen und verschiedene WirtschaftsrĂ€ume.

Wer Ostfriesland besucht, sollte es nicht wieder verlassen, ohne eine traditionelle Teezeremonie genossen zu haben. Die Teetied (Teezeit) ist wichtiger Bestandteil ostfriesischer Geselligkeit.

Die zweite kulinarische Besonderheit neben dem Tee sind in Ostfriesland die Krabben. Eine der grĂ¶ĂŸten Krabbenkutterflotten ist in Neuharlingersiel zu finden. Die Kutter nehmen hĂ€ufig GĂ€ste mit auf ihre Fangfahrten. Auch heute noch prĂ€gen zahlreiche Fisch- und Krabbenkutter die geschĂ€ftige AtmosphĂ€re am kleinen Hafen. Der breite Sand- und GrĂŒnstrand lockt, ebenso wie im benachbarten Bensersiel, im Sommer zum Sonnenbaden im Strandkorb.

200 Kilometer weiter sĂŒdlich: Fachwerk dominiert die Gassen von OsnabrĂŒck, der Stadt des WestfĂ€lischen Friedens von 1648, der den 30jĂ€hrigen Krieg beendete. Eine besondere Art der Ortserkundung ist die NachtwĂ€chterfĂŒhrung. Beeindruckend sind im Halbdunkeln vor allem der Bucksturm mit seinem Verließ und die Katakomben und Schießscharten der Vitischanze, in denen im 30jĂ€hrigen Krieg die Musketiere den Feinden auflauerten. UnterstĂŒtzt wird die AtmosphĂ€re von dem NachtwĂ€chter in historischem Gewand, seiner Hellebarde und seiner lebhaften Schilderung der historischen Sitten und GebrĂ€uche, die nicht immer fein waren.

Einfach erreichen lĂ€sst sich OsnabrĂŒck fĂŒr Wohnwagen- und Wohnmobilurlauber vom nördlich der Stadt gelegenen Campingplatz Alfsee in Rieste, der zu Europas Top-PlĂ€tzen zĂ€hlt und mit eigener Wasserski-Anlage, Kart-Bahn, Indoor-Spielhalle, vielen weiteren Attraktionen und einer guten Gastronomie aufwartet. Vom Alfsee aus ist es nur ein Katzensprung zum Museum der Varusschlacht in Kalkriese, wo einst der GermanenfĂŒhrer Arminius die Truppen der Römer in einen Hinterhalt lockte und vernichtend schlug.

Ein kleiner Abstecher nach Nordwesten in das Artland noch, dessen Fruchtbarkeit die Gegend schon frĂŒh zur Kornkammer des OsnabrĂŒcker FĂŒrstbistums machte – dann geht die eindrucksvolle „Tour de Niedersachsen" schon ihrem Ende entgegen. Bis heute haben sich im Artland mehrere hundert Hofanlagen und EinzelgebĂ€ude erhalten, die als typische Bauernhofarchitektur unter Denkmalschutz stehen.

02.12.10

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